Märchen

Märchen - das uns unmögliche Begebenheiten
unter möglichen oder unmöglichen Bedingungen
als möglich darstellt.

Johann Wolfgang von Goethe Maxime und Reflexionen – 935

Erzählen & Deuten

Märchen und Geschichten erzählen und deuten, wobei deuten auch eine Form des Erzählens ist. Ein Erzählen mit anderen Mitteln.

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unter möglichen oder unmöglichen Bedingungen
als möglich darstellt.

Märchen - Erzählen & Deuten

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Märchen

Erzählen & Deuten

 


 

Kater

Seht Ihr in meinen leeren Händen goldene Äpfel,
seht Ihr sie?
Achtet auf,
ich werfe sie Euch zu…

Elsa Sophia von Kamphoevener
An den Nachtfeuern der Karawan-Serail

Märchen und Mythen sind goldene Äpfel in leeren Händen: unsichtbar, unbegreiflich und doch so wertvoll. Sie befinden sich irgendwo zwischen ewiger Wahrheit und schöner Lüge, zwischen wirklicher Lebenserfahrung und schillernder Phantasie. Es sind Geschichten, die so niemals irgendwo irgendjemand auf dieser Erde passiert sind und sich doch tagtäglich in unser aller Leben ereignen. Sie erzählen von den Verstrickungen des Lebens. Sie erzählen von Menschen in Not, Armut, Krankheit und Mangel, Verlorenheit und Einsamkeit, Verwünschung und Gefangenschaft. Aber in all diesem Leid erzählen sie vom Aufbruch, von Wegen und Irrwegen, von neuer Verstrickung und von Anders-Werden und Verwandlung.
Und sie erzählen vor allem von glücklichen Wendungen, von Entwicklung und Selbstfindung. Am Ende steht meistens Glück, Königtum, Reichtum und Hoch-Zeit.

Märchen: das uns unmögliche Begebenheiten
unter möglichen oder unmöglichen Bedingungen
als möglich darstellt.

Johann Wolfgang von Goethe
Maxime und Reflexionen - 935

 

das Märchenerzählen
für Groß & Klein

Märchenerzählen allgemein

War es oder war es nicht …

Ganz verschiedene Märchen frei erzählt je nach Zuhörern, Ort, Zeit, Anlass und Jahreszeit:

  • Märchen im Kindergarten
  • Märchen in der Schule
  • Märchen für Erwachsenen
  • Märchen mit alten Menschen
  • Märchen zu Festen oder Feiern
  • Märchen in Museen & Bibliotheken
  • Märchen und Sagen zu verschiedensten Themen

Spezielle Märchenprogramme

Sonne, Mond und Sternen

Märchen und Sagen über die Himmelserscheinungen über uns und in uns…

Märchen von Mondheld & Sonnenbraut

Märchen für Erwachsene

Märchen von Frauen und Männern, von Liebe, Eifersucht und Neid, von Verrat und Treue, vom Hinaus-in-die-Welt und Sich-Beweisen und Heimkommen…

Etwas andere Märchen

Märchen für Erwachsene

Ungewohnte Varianten von allzu bekannten Märchen – fremd und irritierend…


 

die Märchenseminare

Märchen allgemein

Es war einmal …

Allgemeines über Märchen, Märchenforschung und Märchendeutung. Auf Anfrage auch zu speziellen Märchen.

Märchen & Kinder

Brauchen Kinder Märchen?

Märchen für Kinder, als Unterhaltung oder pädagogisches Mittel zu Hause, im Kindergarten oder in der Schule.

Märchen & Psychologie

Märchenwege – Lebenswege

Märchen beschreiben Lebenswege. Was haben diese Geschichten aber mit dem eigenen Lebensweg zu tun...

Märchen & Philosophie

Sunder Warumbe …

Was Märchen vom Glück wissen...

Märchen & Schwellen des Lebens

Stirb & Werde – Wandlung im Märchen

Was Märchen uns von den Übergängen im Leben berichten...

Märchen & Trauer

… Und wenn sie nicht gestorben sind …

Was Märchen von Krankheit, Sterben und Tod erzählen...


Christoph Bornewasser

Vorträge oder Seminare – abends oder am Wochenende
Termine und Honorar auf Anfrage

 

Das Bild: Bearbeiteter Auszug aus Gustave Doré : "Le chat botté", 1697.

Märchenerzählen bei den Landfrauen



© Christoph Bornewasser 2014 - siehe auch www.christoph-bornewasser.de

Was ist in einem Buch los?

 

 

Ich möchte wissen, was ist eigentlich in einem Buch los, solang es zu ist. Natürlich sind nur Buchstaben drin, die auf Papier gedruckt sind, aber trotzdem – irgendwas muss doch los sein, denn wenn ich es aufschlage, dann ist da auf einmal eine ganze Geschichte. Da sind Personen, die ich noch nicht kenne, und es gibt alle möglichen Abenteuer und Taten und Kämpfe – und manchmal ereignen sich Meeresstürme, oder man kommt in fremde Länder und Städte. Das ist doch alles irgendwie drin im Buch. Man muss es lesen, damit man’s erlebt, das ist klar. Aber drin ist es schon vorher. Ich möcht’ wissen, wie?

 

 

Michael Ende – Die unendliche Geschichte

Eigentlich bin ich kein Bücherwurm, der ständig sich durch Bücher frisst, sondern ein Erzähler. Aber die Frage ist schon wichtig – und übertragbar! Oft habe ich es mich schon gefragt: Was ist mit einer Geschichten los, wenn sie gerade keiner erzählt? Ist’s eine Art Dornröschenschlaf, bis jemand die Geschichte wieder in den Mund nimmt? Basiles Dornröschen, Talia, bekommt im Schlaf Besuch und gebiert zwei Kinder: Sonne und Mond. Alles im Schlaf! Oder ist’s eher wie bei Schneewittchen? So schön aber so tot, bis jemand aus Versehen über etwas stolpert?
Was passiert, wenn man drüber stolpert, wenn man es in den Mund nimmt und wieder zum Leben erweckt? Die Geschichte wird reanimiert: Anima, das Leben aber auch die Seele – sie wird beseelt. Was geschieht mit meiner Seele, wenn ich die Geschichte beseele? Eine wirklich wichtige aber auch seltsame Frage……

© Christoph Bornewasser 2007

Peredur uab Evrawc



Peredur uab Evrawc, in der Waldeinsamkeit mit seiner Mutter (I)

Peredure jagt

In einer einsamen Gegend des alten Britanniens, einer Wildnis zwischen Wäldern und Hochmooren, fern ab von jeder Siedlung und Burg, da lebte die Witwe des Evrawc mit ihrem einzigen, ihr noch gebliebenen Sohn Peredur. Ihr Gatte und ihre 6 anderen Söhne, große Krieger und Ritter, weithin geachtete Helden, waren alle im Kampf gefallen. Und der Gedanke, dass auch ihr jüngster Sohn in den Krieg ziehen und einen Heldentod suchen und finden könnte, brach ihr das Herz. Nur mit einigen wenigen Dienern, denen es untersagt war, irgendetwas vom Rittertum und dem Feldern der Ehre zu sagen, ja, denen es verboten war, Kampf und Bewährung zu erwähnen, zog sie sich in diese Einöde zurück. Hier glaubte sie fortan glücklich und in Frieden leben zu können.
Die Diener sollten zu sehen, dass der Junge nicht sich mit Kampfspiel oder Ähnlichem beschäftigte. Ja, man versuchte den Knaben jede Herausforderung zu nehmen. Die Diener gingen jagen. Der Knabe musste die Ziegen hüten auf der Nahen Lichtung. Weiß Gott, kein Abenteuer war da in Sicht... glaubten sie.
Eines Tages aber da sah Peredur zwei Rehe auf der anderen Seite der Lichtung. Er wunderte sich über die seltsamen Ziegen und meinte es müssten wohl Ziegen sein, die seiner Mutter schon vor langem entlaufen seien. Und als es Zeit war, da nahm er sich eine Gerte und trieb die Ziegen heim. Nun: die Rehe wollten nicht mit gehen, aber der Jüngling lief so schnell und geschickt und treib sie in die Herde zurück und brachte sie glücklich mit den Ziegen in ihren Stall. Er hatte es geschafft, aber er war weitaus mehr gelaufen als gewöhnlich.
So kam es, dass er von der vielen Lauferei so erschöpft war, dass man ihn gleich nach dem Grund dafür fragte. »Nein,« sagte Peredur, »es war nichts besonderes heute. Aber ich habe zwei Ziegen wiedergefunden, die uns wohl einmal entlaufen sein müssen, aber ich habe sie mit den anderen in den Stall gebracht.« Da gingen einige Diener hinaus, um zu schauen, was vorgefallen war... Als sie die Rehe unter den Ziegen sahen, da schauten sie sich bedeutungsvoll an. »Wahrlich,« sagte ein Alter, »wer das vollbringt, von dem kann man noch viel mehr erwarten.«

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Von Fröschen und so…

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Also: Da war einmal ein König, der hatte drei Töchter, die waren alle schön, aber die Jüngste war die Schönste von allen. Sie war so schön, dass selbst die Sonne, die ja schon so viel gesehen hat, sich jedes Mal, da sie ihrer ansichtig wurde, wunderte… Und - ich wette - wenn ihr sie sehen könntet, dann stündet ihr mit offenen Maul da und würdet staunen… Und dabei würdet ihr nicht wirklich intelligent aussehen… Ich weiß, wovon ich rede!

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Irlands letzte Schlange

"Guten Tag", sprach der heilige Patrick, als er bei der Schlange in der Schlucht von Dunloe anlangte. Diese aber mochte den heiligen Mann nicht und zischte ihn böse an. Schließlich hatte er alle Schlangen dazu gebracht, Irland zu verlassen. Nur sie war übrig, ganz allein. Doch der Heilige schaute sie tadelnd an: "Ist das eine Art? Ich will dich besuchen und dir ein schönes Haus bringen und du giftest mich an?!" "Ein Haus?" Die Schlange schaute sich die Kiste an, die er mitgebracht hatte. "Das Haus ist doch viel zu klein für mich", zischelte sie. "Zu klein?", erwiderte St. Patrick und lachte, "ich wette mit dir um eine Runde: Wenn du dich reinlegst und ich den Deckel schließe, dann ist da noch richtig viel Platz drin." Die Schlange war durstig und die Wette schien schon gewonnen, so legte sie sich in die Kiste. Sie ließ aber den Schwanz raushängen und sprach triumphierend: "Na, siehst du, zu klein für mich! Du musst zahlen..." Doch der Heilige nahm den Deckel und warf ihn mit aller Kraft zu. Die Schlange zog erschrocken den Schwanz ein. Es war gerade noch mal gut gegangen. Patrick schloss aber die Kiste zu und sprach: "Siehst du. Du passt hinein!" "Gut, du hast gewonnen, nun lass mich wieder raus. Ich bezahl' die Runde." "Gewiss", sprach der Heilige, "aber - ich habe leider jetzt keine Zeit mehr. Du musst dich ein wenig gedulden. Gleich morgen lass ich dich wieder raus. Versprochen!" Die Kiste versenkte der Heilige in dem Schlangensee in der Schlucht von Dunloe. Und er ging fort.

Die Schlange wartet geduldig - auch heute noch. Immer wieder hört man sie rufen: "Ist heute schon morgen? Ist heute schon morgen?" Doch heute ist niemals schon morgen...

Aus “Legends Of Killarney”, übersetzt und nacherzählt von Christoph Bornewasser

Gap of Dunloe